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21.02.2023: Hamburg nach Teneriffa
Der Wecker klingelt um 6.20 Uhr. Anziehen, Zähneputzen, schnell noch ein paar Schlückchen heißen Tee und los geht es. Helen hat gestern Abend noch meine Wanderschuhe sauber gemacht. Die waren von meinem Ausflug ins Feld für die ersten Drohnenflüge total voller Matsch und sehen heute morgen wie neu aus! Danke!
Wir bekommen pünktlich unseren Bus um 7 Uhr und sind eine Stunde später am Hamburger Flughafen. Bei der Sicherheitskontrolle ist alles leer und wir bekommen unsere beiden kleinen Rucksäcke ohne Probleme durch. Auf der Anzeigentafel steht Gate 46 für den Abflug nach Teneriffa mit Eurowings ... gefühlt einen Kilometer Laufen im Terminal 1. Dort angekommen stelle ich fest, dass auf der Gate-Anzeige aber Teneriffa mit Condor steht. Da kann was nicht stimmen! Ich laufe zur nächsten Anzeige ... Eurowings startet jetzt bei Gate 20, also latschen wir einen halben Kilometer wieder zurück.
Pünktlich um 9.50 Uhr ist das Bording. Fluggäste mit nur kleinem Handgepäck (40 x 30 x 25cm) müssen sich in Reihe 2 aufstellen und eine Eurowings Mitarbeiterin rollt demonstrativ die Messbox für das Handgepäck vor den Abflugschalter. Unsere Rucksäcke haben wir gestern Abend noch mit dem Zollstock nachgemessen ... sie müssten ohne Probleme durchgehen. Wir sind leicht nervös, denn der Aufpreis für die nächst größere Kategorie (55 x 30 x 25cm) liegt bei 80 EURO. Aber die Mitarbeiter müssen einen geschulten Blick haben, denn unsere Rucksäcke werden nicht überprüft und unsere Plastiktüte mit den Fressalien interessiert auch niemanden. Super, denn nun fliegen wir für 150 EURO pro Person nach Teneriffa.
In unserer Dreierreihe blieb sogar der Fensterplatz frei ... ansonsten ist der Flieger proppenvoll! Ich rutsche noch vor dem Start ans Fenster, in der Hoffnung einen guten Blick aus dem Fenster beim Anflug auf Teneriffa zu haben. Die 5 Stunden im Flieger sind kurzweilig. Ganz Europa ist von einer dichten Wolkendecke überzogen und wir sehen nichts. Dafür essen wir genüsslich unsere mitgebrachten Donuts und Franzbrötchen und kaufen uns eine Flasche Apfelschorle an Bord.
20 Minuten vor der eigentlichen Ankunftzeit setzen wir zum Landeanflug an. Leider sitzen wir auf der falschen Seite. Der Teide Vulkan mit seinen 3715 Metern ragt wunderschön aus den Wolken raus (ich sehe das nur auf den Handyfotos der anderen Passagiere). Dafür kann ich auf meiner Seite La Palma unter mir erkennen, allerdings nur den Küstenstreifen - der Rest liegt unter den dichten Wolken. Die Landung auf dem Südflughafen ist etwas rumpelig und vom Teide ist nichts mehr zu sehen, der liegt irgendwo in den Wolken.
Helen macht ihr Handy an. Mit der Aldi Talk Karte haben wir hier über Roaming guten Empfang und bekommen schon die ersten WhatsApps von Hans-Uwe. Der holt uns mit dem Auto am Flughafen ab ... total nett! ... und wartet schon in der Eingangshalle auf uns. Das letzte Mal haben wir uns im Herbst 2017 in Lago Puelo, Argentinien gesehen!
Die Luft draußen vor dem Flughafen ist angenehm warm ... so um die 24 Grad im Schatten, aber es ist diesig. An der Bushaltestelle 32 bekommen wir die Titsa-Karte an einem Automaten. Titsa ist die Busgesellschaft hier auf der Insel und unser Plan ist, die meisten Sehenswürdigkeiten mit dem Bus statt Mietauto zu erreichen. Die wiederaufladbare 10+ Karte kostet 2 Euro und wir laden sie dann mit 20 EURO auf. Ein Deutscher, der hier entweder auf Teneriffa wohnt oder schon mehrfach hier gewesen ist, erklärt uns, dass wir mit der Karte 30% sparen im Vergleich zum Bezahlen beim Busfahrer. Wir beraten anschließend gleich noch zwei junge Männer und eine Frau.
Die Autofahrt vom Flughafen Süd nach Santa Ursula dauert etwa eine Stunde und wir bekommen einen ersten Eindruck von der Insel. Die meisten Hotelburgen befinden sich im Süden der Insel, je nördlicher wir kommen, desto mehr Einheimische leben in den Häusern an den Berghängen. Unten am Wasser sieht man hier und da auf der Ostseite der Insel auch hässliche Hochhäuser. Hans-Uwe gibt uns hier und da schon mal einen Tipp, was man sich anschauen könnte.
Er und seine Frau Maria Luisa haben eine sehr schöne Wohnung mit Blick auf die See direkt neben einem tiefen Canyon. Zuly, die kleine Dackelhündin, muss sich erst an uns gewöhnen, sie ist sehr schüchtern aber mit ihren großen Augen total süß! Nach unserer Ankunft gibt es einen leckeren Kaffee und dann machen wir am späten Nachmittag einen Spaziergang direkt von der Haustür aus, damit Zuly Gassigehen kann und wir uns nach dem Flug die Beine vertreten können. Spontan steigen wir anschließend noch einmal ins Auto und fahren nach Santa Ursula und zu einem Aussichtspunkt. Abends gibt es eine leckere Suppe und köstliche Empanadas und bis Mitternacht sitzen wir zusammen und schnacken und schnacken.
22.02.2023: Santa Ursula - La Orotava
Um 9 Uhr muss das Auto für neue Bremsen in der Werkstatt sein. Wir haben gut und ruhig geschlafen und freuen uns auf den Tag. Allerdings hängen die Wolken tief! Gestern Nacht hat es doll geregnet. Laut unseren Freunden hat es im Februar hier noch nie so viel Regen gegeben und wir hatten eigentlich versprochen die Sonne mitzubringen, aber die hatten wir in Hamburg in den letzten Wochen ja auch kaum. Uns stört das aber gar nicht. Alleine der Anblick vom Meer bedeutet für uns schon Urlaub pur und nachdem wir das Auto abgegeben haben, gehen wir in einem sehr schönen kleinen Café in Santa Ursula frühstücken. Warme Vollkornbrötchen belegt mit Käse, Schinken, Tomate und Salat, dazu einen sehr leckeren Milchkaffee. Für 4 Leute bezahlen wir weniger als 12 EURO dafür ... Teneriffa ist günstiger als Hamburg!
Anschließend laufen wir zu Fuß zur Wohnung zurück und machen auf dem Weg einen Einkaufsstopp bei Lidl. Es gibt sogar spanische Erdbeeren hier im Moment! Kaum sind wir wieder zuhause, fängt es an zu regnen. Nach dem Mittagessen scheint aber die Sonne und wir machen es uns auf der Terrasse gemütlich ... Maria Luisa kredenzt uns einen Nachtisch aus frisch pürierten Erdbeeren mit Joghurt. Lecker!
Am späten Nachmittag fahren wir mit dem Auto nach La Orotava. Die reizvolle Lage im Orotavatal (Valle de Orotava) hat schon vor 200 Jahren Reisende angezogen, wie z. B. den Naturforscher Alexander von Humboldt. La Orotava ist eine der ältesten Ortschaften der Kanarischen Inseln. Sie wurde nach Abschluss der Eroberung der Insel durch die Spanische Krone Anfang des 16. Jahrhunderts gegründet.
Wir parken direkt neben dem kleinen, aber sehr interessanten Botanischen Garten. Hier steht einer der mächtigen Drachenbäume. Direkt nebenan liegt der sehr schön angelegte Jardín Victoria. Er wurde von dem französischen Künstler Adolph Coquet im 19. Jahrhundert erbaut und ist die Grabstätte von Diego Ponte del Castillo, dem 8ten Marqués de la Quinta Rojay. Das Mausoleum trohnt über dem Park und ist aus weißem Marmor.
La Orotava erinnert uns an die Südamerikanischen Städte Quito, Cuenca und Cusco. Die wunderschönen, hölzernen Balkone und kolonialen Hausfassaden sind auch hier immer für ein Foto gut und das Schlendern durch die Kopfsteinpflaster Gassen und Straßen macht Spaß! Doch der Himmel wird zunehmend grauer und grauer und kaum sind wir wieder im Auto, öffnet der Himmel seine Schleusen! Gutes Timing!
23.02.2023: Buenavista del Norte - Punta de Teno - Garachico
Heute wollen wir mal das Bussystem auf Teneriffa ausprobieren. Die Insel hat laut Internet ein sehr gut ausgebautes Netz und Busfahren soll hier sehr günstig sein. Man kommt mit Umsteigen fast überall hin. Die meisten Touristen mieten sich hier einen Mietagen, der hier 30-40 EURO pro Tag kostet. Damit ist man natürlich unabhängiger, Nachteil ist allerdings, dass hier auf der Insel die Parkplätze begrenzt sind und findet man endlich mal einen, dann kommen Parkgebühren hinzu. Wir haben schon mit Hans-Uwe gesehen, dass die Autobahn vielspurig und leicht zu befahren ist, aber auf der Westseite der Insel hört sie dann auf und es geht auf engen Straßen kurvig durch die Berge oder an der Küste entlang.
Nach dem Frühstück verlassen wir die Wohnung. Ich merke draußen sofort, dass es warm ist und ich meine dicke Fleecejacke für den Tag nicht brauchen werde. Da sie eh sehr schwer ist, bringe ich sie schnell zurück - Helen macht das gleiche. Die nächstgelegene Busstation für uns heißt La Quinta. Wir müssen erst zur Hauptstraße hochlaufen (ca. 500m entfernt und 50 Meter weiter oben) und dann rechts an dieser noch etwa 1,5km gehen.
An den Bushaltestellen hier hängt kein Fahrplan. Man hat also keine Ahnung, welcher von den vielen Bussen hält und wann er kommt. Stattdessen hat jede Bushaltestelle hier eine Nummer und einen QR-Code. Scannt man den auf dem Handy ein, dann bekommt man einen Link zur Titsa-Seite und dort wird einem aktuell alles für die jeweilige Haltestelle angezeigt. Praktisch! Man muss aber ein Handy mit Internetempfang haben.
Wir nehmen den Bus 102 für drei Stationen (bis San Nicolas) und steigen dort in den 363 um, der uns direkt nach Buenavista del Norte bringt. Je weiter südwestlich wir fahren, desto mehr kommt die Sonne heraus. Wir sitzen auf der rechten Seite im Bus und haben für die gesamte Strecke einen tollen Blick auf die jeweiligen Küstenabschnitte zwischen Puerto de la Cruz und Buenavista del Norte.
Etwas kompliziert ist das Kartensystem für die Busse hier auf Teneriffa. Wir hatten uns ja schon am Flughafen eine wiederaufladbare Karte besorgt und 20 EURO drauf gepackt. Da wir keine Ahnung haben, was unsere Strecke pro Person eigentlich kostet, fragten wir den ersten Busfahrer, ob wir von ihm eine Tageskarte für 10 EURO pro Person auf unserer Karte anrechnen lassen können. Nein, dass ginge nicht. Dafür benötigen wir eine andere Karte, die wird aber im Bus nicht verkauft. Für die ersten 3 Stationen heute morgen kostet die Fahrt 1,55 EURO pro Person ohne Karte (man kann auch bar im Bus bezahlen) aber nur 1,25 EURO mit der Karte. Beim Einsteigen müssen wir immer sagen, wo wir hinwollen und das wir 2 Tickets benötigen. Dann gibt der Busfahrer in seinen Computer was ein und wir müssen anschließend die Karte vor den Scanner halten. Beim Aussteigen gibt es im jeden Bus aber auch noch einen Scanner. Ich komme später noch einmal darauf zurück.
Jedenfalls machen wir uns Sorgen auf der Fahrt nach Buenavista, dass unsere 20 EURO für den heutigen Tag unter Umständen gar nicht reichen. Man kann diese Karte auch nicht an den Haltestellen, sondern nur an den großen Busbahnhöfen oder Endstationen aufladen. Buenavista del Norte ist so eine und wir gehen dort zum Info-Schalter und lassen uns ausführlich von der Dame beraten. Das findet alles auf Spanisch statt. Das Gespräch dauert locker eine halbe Stunde. Ich fasse hier mal kurz zusammen, was wir nach langem Palavern gelernt haben:
Es gibt im Prinzip 3 Karten auf dieser Insel. Diese sehen optisch alle gleich aus, haben aber tatsächlich eine unterschiedliche Funktion.
Karte 1 ist die wiederaufladbare TEN+ Monedero. Diese kann man bis zu 100 EURO aufladen und für mehrere Personen nutzen. Hiermit kann man alle Einzelstrecken abrechnen lassen. Wird sie nur von einer Person benutzt, dann kann man beim Einsteigen in den Bus die Karte einfach an den Scanner halten und dann beim Aussteigen an den Scanner an der Hintertür halten, damit wird der Streckenpreis berechnet. ACHTUNG: nutzt man diese Karte aber mit 2 oder mehreren Personen, dann muss man vorne dem Busfahrer sein Fahrziel angeben, die Karte dann vorne nach der Aufforderung des Busfahrers einscannen, aber dann hinten NICHT nicht mehr beim Aussteigen ausscannen!!! Macht man das, dann wird einem noch einmal der Preis für eine Person auf die Karte gebucht!
Karte 2 ist die wiederaufladbare TEN+ 1 Día. Das ist die eigentliche Tageskarte. Sie muss mit 10 EURO aufgeladen werden, nicht mehr und nicht weniger, und kann nur von einer Person benutzt werden. Man kann sie am Automaten auch Tage vorab kaufen, sie wird erst dann aktiv, wenn sie das erste Mal im Bus eingescannt ist. Dann gilt sie exakt 24 Stunden und man kann unbegrenzt das gesamte Bussystem auf der Insel nutzen.
Karte 3 ist die wiederaufladbare TEN+ 1 Semana. Das ist eine Wochenkarte, die mit genau 50 EURO aufgeladen werden muss. Sie gilt nach dem ersten Einscannen im Bus für die folgenden 7 Tage und kann ebenfalls nur von einer Person benutzt werden. Diese Karte lohnt sich aber nur, wenn man auch wirklich jeden Tag längere Busstrecken auf der Insel zurücklegt.
Uns raucht der Kopf nach einer halben Stunde, aber wir haben das jetzt glaube ich alles gut verstanden. Mit dem Bus 369 fahren wir dann anschließend für nur 1 EURO zum Leuchtturm am Punta de Teno. Dieser Shuttlebus fährt nur Donnerstag bis Sonntag alle Stunde und ist die einzige Möglichkeit (es sei denn man wandert die ganze Strecke oder fährt mit dem Fahrrad), um auf dieser sehr engen und kurvigen Hangstraße zum Leuchtturm zu kommen. Autos sind hier nicht mehr erlaubt. Wir sitzen rechts hinten und können die super schönen Ausblicke leider nur durch eine aufgeklebte Reklame auf dem Fenster sehen.
Bei strahlendem Sonnenschein laufen wir zum Leuchtturm. Leider ist es viel zu windig, um zum ersten Mal unsere neue Drohne steigen zu lassen. Ich habe Angst, dass sie in die schroffen Lavafelsen oder sogar ins Meer fällt. Bloß kein Risiko bei unserem ersten richtigen Flug! Dennoch genießen wir die Stunde vor Ort. Neben dem Leuchtturm gibt es ein paar Wanderwege zu verschiedenen Aussichtspunkten und unten an der Busstation gibt es einen kleinen Hafen mit Fischerbooten, wo junge Leute sogar ins glasklare und sehr saubere Wasser springen. Einen Sandstrand gibt es nicht, dafür aber auch keinen Massentourismus. Ein sehr schöner Fleck auf Teneriffa und es lohnt sich hierher zukommen.
Mit dem Bus geht es dann zurück nach Buenavista del Norte. Ein kleiner und sehr untouristischer Ort auf der Insel mit einem netten Kirchplatz, wo wir auf der Parkbank ein leckeres Stück Kuchen und einen Café con Leche genießen. An der Bushaltestelle treffen wir ein Deutsches Paar, die schon seit Jahren nach Teneriffa kommen. Sie waren vorher immer mit dem Mietwagen unterwegs und erzählen uns, dass das eigentlich gar nicht rentabel ist, denn die Parkplatzsuche ist hier fast überall schwierig. Es gibt nur sehr wenige öffentliche Parkplätze, die nichts kosten. Allerdings versucht auch da immer jemand Geld zu kassieren. Zahlt man nicht, dann darf man sich nicht wundern, wenn man bei der Rückkehr ein paar Schrammen am Auto findet! Deshalb haben sie für dieses Mal beschlossen, das Bussystem zu nutzen und genau wie wir finden sie das Bezahlen verwirrend und kompliziert. Wir erklären ihnen dann, was wir gelernt haben. Die beiden haben die gleiche Karte wie wir, haben aber tatsächlich den Fehler gemacht, beim Aussteigen die Karte noch einmal einzuscannen.
Unsere nächste Station ist Garachico - einer der meistbesuchten Touristenattraktionen auf Teneriffa. Hier sind Betonwanderwege auf dem schroffen Küstenlavagestein angelegt und es gibt ein paar sehr schöne Kirchen und Gebäude rund um den Hauptplatz. Der Busfahrer fährt mit Hauruck um die vielen Kurven und bremst scharf an der Haltestelle ab. Ich bin zum Aussteigen schon aufgestanden und muss mich festhalten. Ich dachte, ich hatte meine Kamera um den Hals gehenkt und lasse sie los, um eine freie Hand zu haben, aber leider hängt die Kamera nicht um meinen Hals und fällt mit Karacho auf dem Boden. Oh sh...! Zum Glück fängt die Sonnenblende den Aufprall ab und die Kamera bleibt heil! Puh ... Glück gehabt!
Wir latschen gemütlich eine Stunde lang durch Garachico. Der Ort mit Hafen wurde 1496 gegründet. 1645 war das erste Schicksalsjahr in einer Folge von Katastrophen, als durch eine gewaltige Sturmflut ca. 80 Menschen getötet und 40 Schiffe versenkt wurden. 1697 wütete eine Feuersbrunst in der Stadt und zerstörte über hundert Häuser. Das Ende Garachicos als Handelszentrum kam aber am 5. Mai 1706 mit dem Ausbruch des oberhalb des Ortes gelegenen Montaña Negra (Volcán Garachico), in dessen Verlauf die Lavamassen den Hafen Garachicos zum größten Teil verschütteten. Allein die Kirche und das Kloster San Francisco aus dem 16. Jahrhundert, die ältesten Gebäude des Ortes, an der Plaza Glorieta de San Francisco, wurden von den Lavamassen verschont. Ein neuer, kleiner, aber moderner Hafen für Fischerei und Privatboote ist seit 2012 in Betrieb. Dieser wurde auf der Meerseite durch eine große Mole geschützt. Im Jahr 2021 wurde Garachico in die offizielle Liste der schönsten Dörfer Spaniens (Pueblos más Bonitos de España) aufgenommen.
Garachico - 360° Panorama
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Die Sonne geht inzwischen fast unter und der Himmel ist über den Bergen mit dunkelgrauen Wolken zu sehen. Zeit, dass wir nach Hause fahren. Mit dem 363 wollen wir bis Enlace Orotava fahren. Diese Haltestelle liegt nur eine vor La Quinta, aber wir müssen da in einen anderen Bus umsteigen. Vorne im Bus läuft ein Monitor, der einen immer die nächste Station anzeigt. Wir verfolgen das, denn draußen ist es bereits dunkel und wir kennen uns mit den Haltestellen ja noch nicht aus. Irgendwann wird San Nicolas angezeigt ... ahh ... jetzt sind es nur noch zwei weitere Stationen bis Enlace Orotava. Der Bus fährt im flotten Tempo auf der Autobahn und wir wundern uns nach einiger Zeit, warum immer noch San Nicolas angezeigt wird. Da hätten wir eigentlich schon dran vorbei sein sollen, aber im Dunkel erkennen wir draußen ja nichts. Wir halten an einer Haltestelle an und ich denke noch: ist das nicht der Kreisel von La Orotava? Aber die Anzeige sagt immer noch San Nicolas. Wir fahren weiter und auf einmal biegt der Bus links ab. Da stimmt was nicht!
Ich rufe dem Busfahrer auf Spanisch zu, wann den Enlace Orotava kommt und er guckt etwas erstaunt und sagt, dass das doch gerade die letzte Station war. Hatte ich doch recht gehabt, aber jetzt ist es zu spät. Ich klingel, damit wir an der nächsten Haltestelle aussteigen können. Im Dunkeln müssen wir auf die andere Straßenseite - nicht ganz ungefährlich auf dieser vielbefahrenen Straße. Ein paar Minuten später kommt ein Bus ... ich frage den Fahrer, ob er bis nach Enlace Orotava fährt ... Ja! Okay, wir steigen ein. Er sagt noch, dass wir an der zweiten Haltestelle aussteigen müssen. Der Monitor sagt aber El Ramal ... wir sind verwirrt! Dann stellt sich aber heraus, dass diese Haltestelle 20 Meter oberhalb von Enlace Orotava ist und wir nur runter laufen müssen. Dort kommt dann auch gleich der Bus 102, der uns bis zur nächsten Station La Quinta bringt. Geschafft! Wir lernen viel an unserem ersten Tag über das Busfahrenn auf Teneriffa!
24.02.2023: Puerto de la Cruz
Nach unserem Frühstück gegen 9 Uhr haben wir den Vormittag ein wenig Zeit, um unsere Tagebücher von den letzten Tagen zu schreiben. Wir haben uns beide vorgenommen, das jetzt täglich zu machen, denn in Südamerika kommen wir ganz bestimmt nicht mehr dazu. Gegen 11.45 Uhr fahren wir mit Hans-Uwe und Maria Luisa nach Puerto de la Cruz. Maria Luisa will mit einer Freundin nach Santa Cruz zum Shoppen fahren und Hans-Uwe bringt die beiden Damen zur Busstation. Anschließend fahren wir durch Puerto de la Cruz in Richtung Lago Martianez. Hier parken wir und HU zeigt uns ein paar Attraktionen vor Ort, bevor er wieder nach Hause fährt. Wir haben Hunger und brauchen eine Stärkung. Burger King könnte günstig und schnell sein, denken wir uns ... also machen wir das. Hätten wir besser sein lassen. Das 3.49 EURO Menü schmeckt nicht. Der Burger hat weder ein Salatblatt noch eine Tomate!
Anschließend laufen wir zum Strandpromenade runter und ich lasse über dem Lago Martianez zum ersten Mal die Drohne steigen. Heute ist wenig Wind, aber der Badesee ist riesig und ich habe ein wenig Muffen die Drohne 100 Meter hoch steigen zu lassen. Man sieht sie nach 50 Meter nicht mehr! Na ja, mir gelingen 2 Videos und ein paar Panoramabilder, aber ich muss definitiv noch häufiger üben und sicherer werden. Mir zittern die Hände! Kaum habe ich die Drohne wieder heil gelandet und weggepackt, steigt genau dort, wo ich gerade die Drohne geflogen bin ein Hubschrauber der Küstenwache auf. Puh ... das hätte schief gehen können.
Lago Martianez & Puerto de la Cruz - 360° Panorama
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Puerto de la Cruz gefällt uns gut. Zumindest unten am Wasser. In den engen Häuserschluchten muss man sich ja nicht aufhalten, aber es gibt auch ein paar nette Fußgängerzonen mit kleinen Restaurants, Cafés und bunt bemalten Häusern. Gegen 16.45 Uhr nehmen wir den Bus zurück nach La Quinta. Heute wissen wir, was wir tun und es gibt keinerlei Pannen. Im Lidl von Santa Ursula decken wir uns noch mit Kuchen und ein paar Fertiggerichten ein und laufen dann nach Hause. Kaffee und Kuchen mit Hans-Uwe ist heute unser Abendessen.
Abends schaue ich mir dann meine Drohnenvideos und Bilder an. Schon toll, wenn man mal so eine Vogelperspektive festhalten kann!
25.02.2023: Finca San Juan - Puerto de la Cruz
Maria Luisa und Hans-Uwe laden uns heute zu meinem 57igsten Geburtstag zu einem Brunch in der Finca San Juan ein. Um 10 Uhr steigen wir ins Auto und kaum sind wir oben an der Hauptstraße sehen wir zum ersten Mal den Vulkan Teide in seiner vollen Pracht! Der Himmel ist wolkenfrei ... wer hat denn dafür nur so viel bezahlt? Ein Traum!
Die Finca liegt inmitten von Feldern auf dem Hang oberhalb von San Juan de la Rambla und wird von Deutschen geführt. Hier kann man auch übernachten. Es gibt ein sehr nettes Restaurant mit Terrasse, eine Bar, einen schönen Garten und einen Außenpool. Und der Blick auf den Teide ist von hier oben noch besser.
Für den Brunch gibt es zum Auftakt schon einmal ein Glas Sekt. Auf nüchternen Magen eigentlich nicht so unser Ding, aber heute muss natürlich ein Gläschen her. Das Buffet ist super! Hier kann man eigentlich nach Herzenswunsch essen. Von der Suppe über geräucherten Lachs, Ei in jeglicher Form gekocht, Salate, Obst, Brote und Aufschnitt, Frikadellen, Kuchen und und und. Die Auswahl ist so groß ... man kann sich kaum entscheiden.
Finca San Juan - 360° Panorama
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Meine Drohne habe ich natürlich auch dabei und nach der ersten Stärkung lasse ich sie steigen, bevor die Wolken vollständig den Teide bedecken. Gegen 13 Uhr steigen wir mit vollem Magen wieder ins Auto und Hans-Uwe macht nur wenige Minuten später einen Zwischenstopp an der Mole in Las Aguas. Anschließend geht es für eine Stunde nach Hause bevor wir in den Bus steigen und nach Puerto de la Cruz fahren. Hier findet nämlich um 16 Uhr der berühmte Karnevalsumzug statt. Das Wetter ist nachwievor traumhaft sonnig und die Stimmung vor Ort ist fröhlich und entspannt.
Am der Promenade vom Lago Martianez reihen sich die Karnevalswagen und Teilnehmer in ihren bunten Kostümen auf. Alle sind super gut gelaunt und posen bereitwillig für Fotos. Es sind zwar sehr viele Besucher auf den Straßen, die sind aber breit genug, sodass wir uns nicht gedrängelt fühlen, sondern ganz entspannt alles ablaufen können. Gegen 17 Uhr fängt dann die Karnevalsparade durch die Altstadt von Puerto de la Cruz an und wir suchen uns zwischen den Häusern einen guten Platz mit freiem Fotoblick. Das macht richtig Spaß und Laune!
Gegen 18.15 Uhr machen wir uns in Richtung Busstation auf. Besser etwas früher die Heimreise antreten, bevor nachher alle zur selben Zeit in die Busse wollen. Gegen 20 Uhr sind wir dann wieder zu Hause und können noch die 2te Halbzeit vom Darmstadt gegen HSV gucken. 1:1 trotz langer Führung vom HSV. Schade! Trotzdem ein toller Geburtstag!
26.02.2023: Puerto de la Cruz
Ein Geburtstag jagt den anderen ... Maria Luisa feiert heute ihren 73igsten! Wir singen ihr zum Frühstück ein Ständchen und überreichen unser kleines Geschenk - eine rosaroter Stoffrucksack, den wir gestern ganz spontan während des Karnevals noch in Puerto de la Cruz gefunden haben. Rosa ist eine der Lieblingsfarben von Maria Luisa. Draußen regnet es und da wir erst gegen 17 Uhr alle bei einer Freundin von den beiden zur Geburtstagsfeier eingeladen sind, genießen wir den Tag zu Hause und ich kann mich endlich mal um die vielen Fotos und Videos, die wir hier bereits in den wenigen Tagen gemacht haben, kümmern.
Rebecca und Monica haben ein sehr schönes Buffet für Maria Luisa aufgebaut. Alles sieht bunt und lecker aus und wir müssen tatsächlich mal wieder Spanisch sprechen. Die beiden kommen ursprünglich aus Venezuela und sind sehr nett. Ein schöner Abend mit leckerem Essen!
27.02.2023: El Sauzal
Heute zeigt uns Hans-Uwe nach dem Frühstück eine Küstenwanderung unterhalb von El Sauzal. Hier wären wir mit dem Bus nicht hingekommen. Das Wetter ist etwas diesig, aber sonnig und der Teide zeigt sich erneut. Unten an der Küste ist es recht heiß ... gut, dass wir Shorts anhaben. Die Wellen schlagen laut gegen die Lavafelsen und wir genießen den Spaziergang auf dem sehr schön angelegten Pfad.
Am frühen Nachmittag fahren wir dann hoch nach El Sauzal. Hier gibt es einen sehr schönen Aussichtspunkt direkt an der hohen Klippe, wo wir schnell ein paar Fotos machen. Dann fahren wir ein paar Meter weiter zum Parque Los Lavaderos - ein sehr schön angelegter Park mit einem wirklich traumhaften Blick durch die Palmen auf den Teide. Dieser ist von Schleierwolken umgeben und eine Wolke steigt direkt oben am Gipfel auf und gibt den Anschein, als wenn der Vulkan gerade ausbricht.
In der Cafetería El Delei-té bekommen wir einen Tisch direkt mit Blick auf den Vulkan und entspannen uns bei einem Café con Leche. Wir können Hans-Uwe nicht genug dafür danken, dass er mit uns heute diesen Ausflug gemacht hat. Nur wenige Touristen kennen diesen Küstenpfad und bei so einem traumhaften Wetter macht es einfach Spaß auf dieser sehr vielseitigen Insel auch die ganz besonderen Sehenswürdigkeiten zu entdecken. Danke, Hans-Uwe!